Geschichte
Marcus Vitruvius Pollio
Der bahnbrechende römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio wurde als freier Römer geboren; über sein Leben ist wenig bekannt. Allgemeinen Vermutungen zufolge diente Marcus Pollio in der römischen Armee unter Julius Caesar in Gallien und Spanien. Hinweise deuten darauf, dass er Waffen und Instrumente der Kriegskunst für Belagerungen mitentworfen hat.
Leonardo Da Vinci ließ sich von Marcus Vitruvius Pollio inspirieren. Marcus Pollio schrieb “De Architectura”, welche gegenwärtig als die zehn Bücher der Architektur, die Kaiser Augustus gewidmet wurden, bekannt sind.
“De Architectura” legte fest, dass ein Bauwerk über firmitas, utilitas und venustas verfügen muss-welches bedeutet, dass es stark, nützlich und ästhetisch ansprechend sein muss. Marcus Vitruvius Pollio sah Architektur als eine Erweiterung der Natur. Mit einem Verständnis für Struktur, Körpermaße und Natur vollendete Marcus Vitruvius Pollio sein größtes Kunstwerk-“Den Menschlichen Körper”.
Marcus’ ideale Vorstellung der männlichen Körpermaße führte Da Vinci dazu den Vitruvianischen Mann zu entwickeln, der als Orientierungshilfe zur Ermittlung der idealen männlichen Form gilt.
Dieses architektonische Handbuch schlug vor, dass Architektur die Natur unter der Verwendung von natürlichen Materialien, welche Schönheit, Beständigkeit und Zweckmäßigkeit darstellen, nachahmt. Marcus Pollio behauptete: Gute Architektur setzt die Naturgesetze fort und entwickelt die Entstehung natürlicher Strukturen einschließlich der des Menschen.
“Und die Natur hat den menschlichen Körper so geplant, dass das Gesicht vom Kinn zur Oberkante der Stirn und den Haarwurzeln ein Zehntel ist... Und dadurch, haben altertümliche Maler und berühmte Bildhauer bedeutende unbegrenzte Auszeichnungen bekommen...”
“Denn ohne Symmetrie und Maß, kann kein Tempel einen normalen Plan haben...eine exakte Proportion muss errechnet werden, nach Art und Weise der Gliedmaßen eines fein geformten menschlichen Körpers...”
Da Vinci, der einzige Künstler der Renaissance, führte zahlreiche anatomische Studien durch, wenn er über die proportionalen Theorien Marcus Vitruvius Pollios nachdachte. Seine proportionale menschliche Figur entsprach Kreisen und Quadraten. 1509 veröffentlichte der Mathematiker Luca Pacioli “Göttliche Proportionen” den “Vitruvianischen Mann” darstellend, erschaffen von Da Vinci. Die “Göttlichen Proportionen”, auch als das ‚Goldene Verhältnis‘ bekannt, kommen in vielen mathematischen Zusammenhängen vor. Archimedische und platonische Festkörper sind geometrisch unterVerwendung von Lineal und Zirkel konstruierbar. Seine Berechnungen ließen sich mittels des Grenzwertverhältnisses fortlaufender Terme in der Fibonacci Zahlensequenz 1,2,3,5,8,13...ableiten. Jeder Term nach dem zweiten ist gleich die Summe der vorigen zwei und ist ebenfalls der Wert der elementarsten Kettenbrüche. Moderne Mathematik zeigt das Vorkommen des Goldenen Verhältnisses in der Beschreibung von Fraktalen. Figuren weisen Selbstähnlichkeit auf, die wichtige Rollen beim Studium von Chaos und dynamischen Systemen spielen.
Menschliche körperliche Schönheit umgibt Leonardos “Vitruvianischen Mann”, der sich in der Gallerie dell‘ Academia in Venedig, Italien, befindet.